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Psychosoziale Beratung für Patientinnen mit Brustkrebs
Konzept der Sozialdienste im "Holsteinischen Brustzentrum"
Psychosoziale Beratung im "Holsteinischen Brustzentrum" als Aufgabenbereich der Krankenhaus-Sozialdienste Rendsburg, Neumünster und Itzehoe und der Pflege- und Sozialberatung in Heide
Der sozialpädagogische ganzheitliche Handlungsansatz in der Beratung und Begleitung von Patienten im Akutkrankenhaus nimmt psychische und soziale Auswirkungen und Begleiterscheinungen von Erkrankung auf und sucht nach Lösungs- und Linderungsmöglichkeiten individuell erlebter Not unter Nutzung der sozialrechtlich vorgesehenen Ressourcen. Häufig ist es nötig, auch das soziale Umfeld mit einzubeziehen.
1. Ziele
- Verbesserung der Lebensqualität
- Förderung der Eigeninitiative
- Vermittlung von persönlichen Perspektiven
- Stärkung der Wahrnehmung eigener Bedürfnisse im familiären und sozialen Gefüge
- Unterstützung zur wirtschaftlichen Absicherung
2. Organisatorische Einbindung
Die Aufgaben des Sozialdienstes im "Holsteinischen Brustzentrum" werden wahrgenommen von den Dipl.-Sozialpädagoginnen der drei Krankenhaus-Sozialdienste und der Pflege- und Sozialberatungsstelle.
Eine sozialrechtliche Beratung und Begleitung der Patientinnen umfasst je nach persönlichen Bedürfnissen und administrativen Erfordernissen jeweils 1,5 bis 4 Stunden Zeitaufwand. Jede Patientin erhält das Beratungsangebot.
Es gibt einen informellen Austausch zwischen den einzelnen Berufsgruppen innerhalb sowie mit Institutionen und Organisationen außerhalb des Brustzentrums. Geplant ist es, die Sozialdienste in einem multiprofessionellen Team zu etablieren.
Die Dipl.-Sozialpädagoginnen der beteiligten Krankenhäuser kommen einmal monatlich zu zweistündigen Arbeitstreffen zusammen.
Inhalte sind:
Konzeptfortschreibung
Standardisierte Handlungsabläufe
Kollegiale Supervision und Fallbesprechungen
Verbesserung der Vernetzungsstrukturen
3. Sozialpädagogische Aufgaben
Klinische Sozialarbeit bietet den Patientinnen unter Anwendung sozialpädagogischen Casemanagements in einem offenen Beratungsgespräch eine Palette von Leistungen an, die bezug nehmen auf das persönliche Erleben der Erkrankung, ihre Auswirkungen auf das soziale Umfeld und die Gestaltung des Alltags. Damit erhalten sie ein niederschwelliges Beratungsangebot, das ihnen die Freiheit lässt, Inhalte und Zielrichtung selbst zu bestimmen, aber auch Raum für existentiell bedrängende Fragen öffnet.
Die Beratung kann auf Vermittlung von Information und Handlungswissen beschränkt bleiben, einen weiterreichenden Beratungsprozess umfassen oder sich auf die Einleitung erforderlicher Maßnahmen beschränken.
Ziel der sozialpädagogischen Intervention ist es, die Voraussetzungen für eine größtmögliche Teilhabe am Leben zu schaffen und die Situation der Patientin zu stabilisieren.
4. Beratungsinhalte
- Schwerbehindertenrecht (SGB IX)
- Medizinische Rehabilitation (SGB V, SGB VI, SGB XI)
- Selbsthilfegruppen
- Berufl. Wiedereingliederung (SGB V, SGB IX)
- Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten
- Zuzahlungsregelungen zu Krankenkassenleistungen (SGB V)
- Haushaltshilfe (SGB V)
- Weitere Versorgung durch ambulante und stationäre Pflegeanbieter (SGB V, SGB XI)
- Hausnotrufsystem, Essen auf Rädern
- Leistungen der Pflegeversicherung (SGB XI)
- Vorsorgemaßnahmen (BGB)
- Information über therapeutische Hilfen
- Betreuungsrecht (BGB)
Die Qualitätsgrundlage bildet die "Produkt- und Leistungsbeschreibung des klinischen Sozialdienstes im Akutkrankenhaus" (Deutsche Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen).
5. Qualitätssicherung
- Weiterentwicklung der Handlungsabläufe
- Dokumentation
- Statistik
- Fortbildungen
- Kooperation mit den anderen beteiligten Berufsgruppen
- Erarbeitung standardisierter Handlungsabläufe
- Ständige Reflexion und Aktualisierung der Beratungsarbeit durch Teamsitzungen der Arbeitskreise
- Konzeptfortschreibung
- Flyer
- Aktualisierung des Informationsmaterials
6. Vernetzung
Die sozialpädagogischen Interventionen führen zur Vernetzung der Arbeit mit
- Selbsthilfegruppen
- Rehabilitationskliniken
- Ambulanten und stationären Pflegeanbietern
- Hospizen
- Psychotherapeuten
- Deutscher Krebshilfe
- Wohlfahrtsverbänden
- Rentenberatungsstellen
- Kranken- und Pflegekassen
- Rentenversicherungsträgern
- Gerichten
- Beihilfestellen
- Beratungsstellen
Kontaktaufnahme und Kontaktpflege sind wesentlicher Bestandteil der Arbeit.
gez. Sabine Brunckhorst-Klein (Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster)
gez. Sabine Fischbach, Margret Hennings (Klinikum Itzehoe)
gez. Marianna Poser (imland Klinik Rendsburg)
gez. Silke Rohwedder (Pflege- und Sozialberatungsstelle Heide)
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