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News / Archiv


Kampf gegen den Brustkrebs

Erstes Symposium des Holsteinischen Brustzentrums im Heider Westküstenklinikum

Symposium in Heide
Zahlreiche Ärzte verschiedener Fachrichtungen kamen zum Symposium nach Heide.

Heide - Der Kampf gegen den Brustkrebs ist noch längst nicht gewonnen. Jedes Jahr sterben bundesweit allein rund 4000 Frauen am Mammakarzion, nur weil sie unzureichend untersucht und behandelt wurden. Mangelnde Koordination, unterschiedliche Diagnose- und Therapievorgaben aber auch fehlende Qualitätskontrollen machen Experten unter anderem dafür verantwortlich. Gemeinsam wollen die Krankenhäuser in Heide, Rendsburg, Itzehoe und Neumünster dem entgegensteuern.
Bereits im März des vergangenen Jahres gründeten die fünf Kliniken das "Holsteinische Brustzentrum", um Prävention und Behandlung von Patientinnen mit Mammakarzinom zu verbessern. Der Zusammenschluss ist nicht einmalig. Im Gegenteil: Von der Bundesregierung wird eine Zentralisierung sogar gefordert.
Ziel sei, gemeinsame Konzepte zu erstellen, um flächendeckend eine qualitative Verbesserung zu erreichen, so Dr. Thomas Kunz vom Westküstenklinikum (WKK) Heide. Zusätzliche Gelder gebe es jedoch nicht, bedauert der Chefarzt. Obwohl allein die geforderte Zertifizierung jede Klinik allein rund 30.000 Euro koste, betont Harald Stender, Leitender Verwaltungsdirektor des WKK. Aber: "Wer nicht daran teilnimmt, wird in Zukunft auch keine Brustkrebspatientinnen mehr bekommen." Keine Klinik könne sich dies leisten, macht der Verwaltungsdirektor die Notwendigkeit deutlich.

Der Zusammenschluss wurde zwar von den Krankenhäusern initiiert. An dem Verbund sollen sich aber auch möglichst alle niedergelassenen Fachärzte beteiligen, da sie vor allem für die Nachsorge der Patientinnen verantwortlich sind. Das Interesse ist groß. Dies spiegelte auch das breite Spektrum der Gäste während des ersten Symposiums des "Holsteinischen Brustzentrum" im WKK in Heide wider, an dem über 150 Ärzte aus allen Fachbereichen teilnahmen.
In Zukunft sollen mehrmals jährlich Fortbildungsveranstaltungen zu Diagnostik und Behandlung stattfinden, um auch die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Kliniken, Praxen und Selbsthilfegruppen zu optimieren.
"Jede zehnte Frau in Deutschland erkrankt an Brustkrebs, jede Dritte davon stirbt", stellt Professor Dr. Oliver Behrens aus Rendsburg die Bedeutung der Erkrankung dar. Allein die Kliniken des "Holsteinischen Brustzentrum" behandeln jährlich zwischen 450 und 500 Brustkrebsfälle, in Schleswig-Holstein treten jährlich etwa 2000 Fälle auf - Tendenz steigend.

Die Kooperation hat für die Kliniken und den Ärzten handfeste Konsequenzen. Neben der Pflicht, an Fort- und Weiterbildungen teilzunehmen sowie Qualitätsstandards zu erfüllen, wird ihnen bei ihrer Arbeit quasi über die Schulter geschaut. "Dies war bisher nicht möglich", so Dr. Matthias Renk vom Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster.
Bei der Diagnose und Behandlung von Patienten handeln vor allem die Klinikärzte in Zukunft nicht mehr allein, sondern sprechen sich mit ihren Kollegen genau ab. Professor Dr. Oliver Behrens vom imland Klinik Rendsburg spricht dabei schon vom "gläsernen Arzt".
Aufgrund des Austausches der operierenden Ärzte soll vor allem die Behandlungsqualität erhöht werden. Auch einheitliche Prozessabläufe, die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert werden, sollen dazu beitragen. "Ein ein- bis zweijähriger Prozess", so Dr. Thomas Kunz vom WKK Heide.

Große Hoffnungen verbinden die Ärzte mit einer verbesserten Früherkennung. Das jüngste Projekt heißt "QuaMaDI" und zieht neben den Fachärzten auch zwei Röntgenärzte und die Kassenärztlichen Vereinigung mit ein. Bei unterschiedlicher Beurteilung wird dann noch das "Mamma-Zentrum" in Kiel hinzugezogen. "Es ist unvergleichbar zu der bisherigen Vorsorge", schwärmt Kunz. Während dieses Projekt in der so genannten K.E.R.N-Region an der Ostküste bereits von allen Kassen getragen wird, stößt es an der Westküste noch auf Ablehnung. Lediglich die IKK und die LKK würde diese bezahlen, bedauert Stender.

Symposium
Pressekonferenz nach dem Symposium: Chefärzte und der Dithmarscher Krankenhauschef Harald Stender (re.) informierten über die Entwicklung des Brustzentrums.
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Text:
Angela Schmid

Fotos:
Pressestelle des Kreises Dithmarschen