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News / Archiv


Behandlung von Brustkrebs-Patientinnen deutlich verbessert

Holsteinisches Brustzentrum strebt Zertifizierung an / Wöchentliche Videokonferenz ermöglicht fachlichen Austausch / Hochmoderner Stereotaxietisch zur ambulanten Abklärung von auffälligen Befunden

Chefärzte
Die ärztlichen Vertreter der Kliniken (v.l.):
PD Dr. Gregor Westhof, Prof. Dr. Oliver Behrens,
Dr. Thomas Kunz, Dr. Hartmut Wegener.

Videokonferenz
Auf einer Pressekonferenz wurde die wöchentlich
stattfindende Videokonferenz demonstriert.
Rendsburg - Bereits im ersten Jahr nach seiner Gründung haben die Krankenhäuser des Holsteinischen Brustzentrums die Diagnose- und Therapiequalität bei der Behandlung von Brustkrebs-Patientinnen deutlich verbessern können. Besonders der fachliche Austausch während der wöchentlichen Videokonferenz und die Kommunikation der Fachärzte untereinander haben dafür gesorgt, dass auch sehr schwierige Fälle adäquat und erfolgreich behandelt werden können.
Ein im imland Klinik Rendsburg fest installierter Stereotaxietisch soll zudem für alle beteiligten Kliniken die ambulante minimal-invasive Abklärung von auffälligen Befunden der Brust ermöglichen. Das Gerät zählt zu den modernsten seiner Art und wurde erst kürzlich als Messeneuheit vorgestellt.

"Unsere Patientinnen profitieren davon, dass sich seit der Gründung des Brustzentrums nicht nur ein oder zwei Ärzte direkt um sie kümmern. Vielmehr bespricht ein überregionales Fachteam von Ärzten die Fälle und erhöht so maßgeblich die Behandlungsqualität", erläuterte der Geschäftsführer des Holsteinischen Brustzentrums und Chefarzt der Rendsburger Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Prof. Dr. Oliver Behrens.

Als erste Einrichtung dieser Art in Schleswig-Holstein strebt das Holsteinische Brustzentrum daher die anspruchsvolle freiwillige Zertifizierung entsprechend den Normen DIN EN ISO 9001:2000 durch den TÜV sowie den "Fachlichen Anforderungen für Brustzentren" der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) an.

Auf einer Pressekonferenz in Rendsburg erklärten die erfahrenen Zertifizierungsberater des Zentrums, der Unternehmensberater Rainer Hartmann und die Frauenärztin Dr. Tanja Volm, den Weg bis zur Vergabe der Qualitätsurkunden. Insgesamt werden zum Abschluss des Prozesses in einem mehrtägigen Audit mehr als 170 Kriterien zu fachlichen Fragen der Diagnostik, Therapie und Nachsorge, zur Qualität der behandelnden Ärzte und zu Mindestzahlen von Behandlungsfällen überprüft. Zu den Anforderungen gehört, dass die einzelnen Fachdisziplinen enger als bisher interdisziplinär zusammen arbeiten. Speziell sind dabei neben der onkologischen Gynäkologie auch die Radiologie, die Strahlentherapie, die Pathologie und die Psycho-Onkologie betroffen.

Von zentraler Bedeutung bei der Zusammenarbeit der Krankenhäuser ist die wöchentlich stattfindende Videokonferenz, an der Gynäkologen und andere Fachärzte der Kliniken teilnehmen und spezielle Fälle vorstellen, die in der Runde diskutiert werden. In jedem der angeschlossenen Häuser wurde dafür eigens ein spezieller Raum mit Bildschirm sowie Webcam ausgestattet, der für entsprechende Konferenzen genutzt werden kann. Somit brauchen die Chef- und Oberärzte nicht eigens Fahrtzeiten auf sich zu nehmen, um sich mit Kollegen auszutauschen. Gleichzeitig steht besonders bei schwierigen Fällen ein Team zur Verfügung, das seine gesammelte Kompetenz in die Waagschale werfen kann.

Medizintechnisch wird das Holsteinische Brustzentrum mit der Installation eines Stereotaxietisches zur ambulanten minimal-invasiven Abklärung von auffälligen Befunden der Brust auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Das Stereotaxie-Gerät erlaubt dem Gynäkologen nach bildgesteuerter, computerassistierter Berechnung mit Hilfe eines Zielgerätes jeden beliebigen Punkt innerhalb der Brust präzise zu erreichen und schonend eine Gewebeprobe zu entnehmen. Da der Stereotaxietisch fest installiert sein muss, wurde eigens ein spezieller Raum in der Rendsburger Klinik dafür eingerichtet, der jedoch von den beteiligten Gynäkologen und Röntgenologen gemeinsam genutzt wird. Insofern können alle Patientinnen im Einzugsgebiet der Krankenhäuser von der hochmodernen Technik profitieren.

Dem Holsteinischen Brustzentrum gehören das imland Klinik Rendsburg, das Westküstenklinikum Heide, das Klinikum Itzehoe sowie das Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster an. Im Rahmen eines "Disease Management Programmes" (DPM) zur Verbesserung der Behandlungsstandards findet eine interdisziplinäre und Klinik übergreifende Zusammenarbeit statt, die vertraglich geregelt ist und direkt den Patientinnen zugute kommen wird. Zum Konzept gehört außerdem die Vernetzung mit leistungsfähigen niedergelassenen Praxen in der Region. Insgesamt weisen die beteiligten Krankenhäuser ein stationäres Behandlungspotential von knapp 100.000 Patienten jährlich auf. Gemeinschaftlich erbringen die genannten gynäkologischen Kliniken mehr als 360 Brustkrebsoperationen im Jahr; bei der Zertifizierung gefordert sind mindestens 150.

Das große Engagement der holsteinischen Krankenhäuser hat seinen Grund und ist von großer Bedeutung, denn deutschlandweit erkranken mehr als 46.000 Frauen jährlich an Brustkrebs. Das so genannte Mammakarzinom ist damit die häufigste Krebserkrankung der Frau.
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Text/Fotos:
Dr. Dieter Kienitz