Homepage I  Organisation I  Konzept  I  News  I  Psychosoziale Beratung  I  Studien  I  Breast Care Nurse  I  Kontakt  I  Impressum
 

News / Archiv


Gütesiegel für Holsteinisches Brustzentrum

Krankenhäuser in Heide, Itzehoe, Neumünster und Rendsburg bei der Behandlung von Brustkrebs-Patientinnen ganz vorn - Erste Zertifizierung in Schleswig-Holstein

Feier
Die Chefärzte der beteiligten Frauenkliniken
erhielten von Prof. Walter Jonat (rechts) das Zertifikat.

Feier
Teilnehmer an der Festveranstaltung im Bildungszentrum
des Heider Westküstenklinikums. (Fotos: Jahnke, Kienitz)
Heide/ Itzehoe/ Neumünster/ Rendsburg - Der Zusammenschluss mehrerer Abteilungen der Krankenhäuser Heide, Itzehoe, Neumünster und Rendsburg zum Holsteinischen Brustzentrum hat dafür gesorgt, dass die Behandlung von Brustkrebs-Patientinnen im Einzugsbereich der Kliniken deutlich verbessert werden konnte. Die Qualität der Arbeit ist jetzt durch die Deutsche Krebsgesellschaft und durch die Deutsche Gesellschaft für Senologie entsprechend gewürdigt worden. Als erste Einrichtung dieser Art in Schleswig-Holstein erhielt das Holsteinische Brustzentrum das Zertifikat der beiden hoch angesehenen Fachgesellschaften. Darüber hinaus wurde das Zentrum vom TÜV Süd mit dem Qualitätssiegel DIN EN ISO 9001:2000 ausgezeichnet.
Prof. Dr. med. Walter Jonat, Direktor der Frauenklinik des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Senologie, überreichte die Gütesiegel in einem Festakt im Bildungszentrum des Westküstenklinikums Heide.

"Obwohl die verschiedenen Abteilungen nicht an einem Ort zusammengefasst sind, funktioniert die Fächer übergreifende und überregionale Zusammenarbeit hervorragend. Den Patientinnen kommt dabei zugute, dass im Zweifelsfall in unseren regelmäßigen Videokonferenzen immer mehrere Fachärzte über den Fall beraten und die bestmögliche Behandlung diskutieren können", erklärte Prof. Dr. Oliver Behrens, Geschäftsführer des Brustzentrums.

Doch Konferenzen und Fallbesprechungen sind nicht die einzigen Vorteile für Patientinnen, die in einem der angeschlossenen Krankenhäuser behandelt werden. Medizintechnisch ist das Holsteinische Brustzentrum mit der Installation eines Stereotaxietisches zur ambulanten minimal-invasiven Abklärung von auffälligen Befunden der Brust auf den neuesten Stand der Technik gebracht worden. Das Stereotaxie-Gerät erlaubt dem Gynäkologen nach bildgesteuerter, computerassistierter Berechnung mit Hilfe eines Zielgerätes jeden beliebigen Punkt innerhalb der Brust präzise zu erreichen und schonend eine Gewebeprobe zu entnehmen. Der fest installierte Stereotaxietisch wurde zentral in der Rendsburger Klinik platziert; er kann jedoch von allen beteiligten Gynäkologen und Röntgenologen gemeinsam genutzt werden. Insofern profitieren auch Patientinnen der anderen drei Krankenhäuser von der hochmodernen Technik.

Um die begehrten Zertifizierungen zu erlangen, musste das Brustzentrum jedoch weitere, sehr hohe Anforderungen erfüllen. In den Zertifizierungsverfahren waren mehr als 170 Kriterien relevant, die Diagnostik, Therapie und Nachsorge ebenso betreffen wie die Qualität der behandelnden Ärzte, des Pflegepersonals und der Therapeuten. Zudem müssen die Abteilungen für sich allein genommen eine Mindestzahl von Behandlungen nachweisen.
Auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachabteilungen wurde deutlich intensiviert. Besonders involviert waren dabei neben der onkologischen Gynäkologie auch die Radiologie, die Strahlentherapie, die Pathologie und die internistische Onkologie sowie die Psycho-Onkologie.

Dem Holsteinischen Brustzentrum gehören das imland Klinik Rendsburg, das Westküstenklinikum Heide, das Klinikum Itzehoe sowie das Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster an. Im Rahmen eines vom schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerium unterstützten "Disease Management Programms" (DPM) zur Verbesserung der Behandlungsstandards wurde ein Konzept erarbeitet, das direkt den Patientinnen zugute kommt. Zum Konzept gehört auch die Vernetzung mit leistungsfähigen niedergelassenen Praxen in der jeweiligen Region.
Insgesamt weisen die beteiligten Krankenhäuser ein stationäres Behandlungspotential von knapp 100.000 Patienten jährlich auf. Gemeinschaftlich erbringen die genannten gynäkologischen Kliniken dabei mehr als 400 Brustkrebsoperationen im Jahr.

Das Holsteinische Brustzentrum ist mittlerweile eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, zu dessen Geschäftsführer Prof. Behrens, Chefarzt der Rendsburger Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, gewählt wurde.

Das Engagement der holsteinischen Krankenhäuser hat seinen Grund und ist von großer Bedeutung, denn deutschlandweit erkranken mehr als 46.000 Frauen jährlich an Brustkrebs. Das so genannte Mammakarzinom ist damit die häufigste Krebserkrankung der Frau.
Zurück

Zertifizierung
Höhere Auflösung



Text
Dr. Dieter Kienitz

Fotos:
Jahnke/Kienitz