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News / Archiv


Versorgung von Brustkrebs-Patientinnen deutlich verbessert

Symposium des Holsteinischen Brustzentrum in Heide - Nach der Operation möglichst schnell wieder aktiv werden

Dr. Thomas Kunz
Prof. Dr. Nicolai Maass
Ein interessiertes Publikum verfolgte die Referate.
Heide - Die medizinische und soziale Versorgung von Patientinnen mit Brustkrebs ist in der jüngsten Zeit noch einmal deutlich verbessert worden. Das ist das Ergebnis des 9. Symposiums des Holsteinischen Brustzentrums in Heide. Sowohl in der immer früher einsetzenden Diagnostik, als auch in der Therapiesicherheit sind Fortschritte zu verzeichnen. „Bei der Heilung und auch bei der Nachbehandlung der Patientinnen kommt es zu deutlich weniger Beeinträchtigung als in den vorausgegangenen Jahren“, fasst Dr. Thomas Kunz, Chefarzt der Frauenklinik am Westküstenklinikum Heide (WKK) und Ausrichter des Symposiums, zusammen.

Neueste Erkenntnis, die sich bereits in der Praxis bewährt hat: Frisch operierte Patientinnen sollten so schnell wie möglich wieder mobilisiert werden und auch anschließend Sport treiben. Dies ging aus dem Referat von Dr. Freerk T. Baumann vom Institut für Rehabilitation und Behindertsport an der deutschen Sporthochschule Köln hervor. Im Westküstenklinikum ist diese Aussage auf frucht­baren Boden gefallen. Dr. Kunz will möglichst zeitnah Kontakt mit den regionalen Selbsthilfe­gruppen aufnehmen, um eine entsprechende Sportgruppe zu gründen.

Sie soziale Komponente bei der Behandlung von Brustkrebs-Patientinnen wird inzwischen zunehmend von der so genannten „Breast Care Nurse“ abgedeckt. Die WKK-Krankenschwestern Edeltraud Bahnsen-Boyn und Judith Guderian stellten dem interessierten Publikum das Berufsbild dieser Pflegefachkräfte vor. Sie zeigten auf, dass die Breast Care Nurse als Bindeglied zwischen Arzt oder Ärztin und Patientin eine wichtige Funktion ausübe und sich so für die individuellen Belange der Betroffenen einsetzen könne.

Zuvor hatte Prof. Dr. Nicolai Maass, Leitender Oberarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, aktuelle Aspekte bei der Behandlung des Mammakarzinoms (Brustkrebs) erläutert, wobei er vor allem auf die Funktion und Aussage­kraft einer leitliniengerechten Therapie einging. Dr. Peter Niehoff, Oberarzt der Klinik für Strah­lentherapie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, befasste sich hingegen anschaulich mit der Teilbrustbestrahlung im Rahmen einer brusterhaltenden Therapie, wobei er zahlreiche neueste Erkenntniss in sein Referat einfließen ließ. Um die Frühdiagnostik ging es schließlich beim Vortrag von Dirk Höft, Programmverantwortlicher niedergelassener Arzt für das Mammographie-Screening in Schleswig-Holstein. Der Heider Radiologe erläuterte die Erfahrungen und Erkenntnisse nach dem ersten landesweiten Screening-Jahr.

Dem Holsteinischen Brustzentrum gehören das Kreisimland Klinik Rendsburg, das Westküstenklinikum Heide, das Klinikum Itzehoe sowie das Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster an. Im Rahmen eines „Disease Management Programmes“ (DPM) zur Verbesserung der Behandlungsstandards findet eine interdisziplinäre und Klinik übergreifende Zusammenarbeit statt, die vertraglich geregelt ist und direkt den Patientinnen zugute kommen wird.  Zum Konzept gehört außerdem die Vernetzung mit leistungsfähigen niedergelassenen Praxen in der Region. Insgesamt weisen die beteiligten Krankenhäuser ein stationäres Be­handlungs­potenzial von knapp 100.000 Patienten jährlich auf. Gemeinschaftlich erbringen die genannten gynäkologischen Kliniken mehr als 550 Brustkrebsoperationen im Jahr.
Das große Engagement der holsteinischen Krankenhäuser hat seinen Grund und ist von großer Bedeutung, denn deutschlandweit erkranken mehr als 46.000 Frauen jährlich an Brustkrebs. Das so genannte Mammakarzinom ist damit die häufigste Krebserkrankung der Frau.

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Text/Fotos:
Dr. Dieter Kienitz